Würfelsimulationen in Excel und Calc
Ganz vorneweg gerade ein Tip für Excel-Nutzer:
In Tools -> Options -> Calculation kann man umstellen, ob Excel jedesmal, wenn man auf die "Enter"-Taste tippt, schnell alles neu berechnet. Das schliesst rand() mit ein. Wenn man also etwas "stabilere" Werte haben will, sollte man hier auf "manual" umstellen; neu berechnen kann man dann auf Wunsch mit F9 (wie auch in dem Registerblatt steht, falls man mal vergessen hat, welche F-Taste es war ;-) ). Ich empfehle jedenfalls, für den Simulator das Neuberechnen - was dem neu auswürfeln entspricht - auf "manual" umzustellen - nicht, dass man noch irgendwas ansehen oder diskutieren möchte und dann "an den Tisch stösst" und alle Würfel durcheinanderbringt...
Aber fangen wir vorne an:
Der eigentliche Würfel: rand() und was damit zu tun ist
Excel und Calc produzieren auf rand() hin eine Zufallszahl zwischen 0 und 1. Diese Werte müssen jetzt gleichmässig auf die Würfelseiten verteilt werden. Für einen "binären" Würfel (W2) bietet es sich an, round(number,num_digits) zu nehmen und eins dazuzuaddieren. Die entstehende Formel sieht dann so aus: round(rand(),0)+1. Wer mit Calc arbeitet, ersetzt nur das Komma hinter rand() durch ein Semikolon: round(rand();0)+1.
Für mehr Seiten kann man rand() einfach mit dem gewünschten Maximum multiplizieren, womit die Ergebnisse 0 bis 6 betragen können, allerdings die Fälle 0 und 6 nur je halb so häufig auftreten wie die Fälle 1 bis 5. Um den Vergleich einfach zu halten, addiert man sinnvollerweise also den Faktor 0,5 zu dem Zufallsergebnis, bevor man rundet - auf die Weise erhält man Zufallswerte von 0,5 bis 6,5, die nach der Rundung (von 0,5 bis 1,49..) 1 bis (von 5,5 bis 6,49..) 6 ergeben.
In Excel eingetippt, Calc-Nutzer denken bitte daran, bestimmte Kommata jeweils gegen ein Semikolon auszutauschen:

Dem aufmerksamen Leser wird auffallen, dass die Rundung rechnerisch auch einen Wert von 7 ergeben könnte, wenn nämlich rand() = 1 ergibt. Die Hilfe zu Excel und Calc behaupten, dass das möglich sei, es ist mir aber in der Praxis noch nicht passiert. Ich habe in der Online-Hilfe darüber hinaus die Aussage gefunden, dass rand()*100 Werte "from 0 to less then 100" ergäbe, was bedeutet, dass der Wert von 1 tatsächlich nicht auftreten kann. Ich vernachlässige diesen Fall also jetzt einfach mal.
Ich habe also jetzt eine Formel, die mir ganzzahlige Zufallsergebnisse auswirft, oder, anders gesagt: meinen simulierten Würfel. Das ist soweit fein, aber was mache ich damit?
Das hängt davon ab, nach welcher Regel die Würfelwerte auszuwerten sind. Habe ich zwei Leute, die gegeneinander würfeln und versuchen, den höheren oder niedrigeren Wert zu erzielen? Oder muss eine Person versuchen, so hoch oder niedrig wie möglich zu würfeln? Oder hängt der Erfolg davon ab, ob ein bestimmter Wert erreicht oder übertroffen wurde? Das lässt sich alles schön in Formeln packen, also der Reihe nach.
Zwei Leute würfeln gegeneinander, und der, der den höheren Wert erzielt, gewinnt.
Ich erspare mir jetzt, das Eintippen in allen Einzelheiten zu beschreiben, und zeige erstmal, wie eine Blattaufteilung aussehen könnte:
Was dahintersteht, sieht in Excel so aus (und in Calc so aehnlich, nur mit Semikolon statt Komma):
Was steht da jetzt?
Für jeden Würfel, den ein Spieler hat, wird die Würfel-Formel einmal in ein Feld beginnend mit Spalte J hineinkopiert. Hier hat Spieler 1 8 Würfel, Spieler 2 5 Würfel. (Die Würfel sind hier W2, also eher Münzen.) Wer gerne mal Felder durch Ziehen ausfüllt: Vosicht, zuweilen entscheidet Excel sich dann, die Formel schnell etwas "anzupassen". Über Options -> View kann man sich mit einem Häckchen vor "Formulas" die Formeln anzeigen lassen und sehen, ob noch alles stimmt; aber nicht erschrecken: Excel ändert selbständig die Spaltenbreite! Wenn man sie nicht "anfasst", wird mit dem Entfernen des Häckchens auch die alte Spaltenbreite wiederhergestellt.
In der Spalte "Summe" (G) werden die Werte für die Würfel schlicht addiert.
Die Spalten C, D und E enthalten die eigentliche Entscheidung in Form einer "if"-Anweisung. Die allgemeine Form der if-Anweisung lautet f&umml;r Excel if(logical_test,value_if_true,value_if_false) und f&umml;r Calc if(logical_test;value_if_true;value_if_false). übersetzt in eine verständlichere Form: In die Klammern des if gehört zuerst irgendeine Art von Vergleich, dann eine Angabe, was gemacht werden soll, wenn der Test gelungen ist, und schliesslich eine Angabe, was andernfalls passieren soll. Der "logical_test" ist meist ein Vergleich von Zahlen, in diesem Fall der beiden unter "Summe" errechneten Zahlen: G5>G4, G5 < G4 und G5=G4. In dem gezeigten Fall gilt, dass mehr Augen den Gewinn bedeuten und es ein "unentschieden" geben kann; andernfalls muss die Auswertung eben entsprechend "herumgedreht" werden. Immer, wenn der Test auf "true" ausgeht, wird eine 1 in das Feld geschrieben, andernfalls eine 0. Für einen Einzelfall ist das schon die Antwort; der, bei dem die 1 steht, hat gewonnen.
Für eine kleine Statistik kann ich diese Werte jetzt aber auch noch schnell ganz einfach über verschiedene Wiederholungen (in den Zeilen 11 und 12, 15 und 16 usw) addieren, was in den Feldern C4 bis E4 passiert.
Eine Person würfelt mit einer Anzahl Würfel und muss mit möglichst vielen einen bestimmten Wert erreichen oder über-/untertreffen.
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Wiederum: Calc-Nutzer setzen bitte in den Klammern zur Abtrennung der Werte jeweils ein Semikolon.
Für jeden Würfel, den ein Spieler hat, wird die Formel einmal in ein Feld beginnend (hier) mit Spalte J hineinkopiert.
In der Zeile unter dem Würfel steht die Auswertung, ob mit diesem Würfel ein Erfolg erzielt wurde oder nicht, das heisst, eine if-Anweisung prüft auf "Würfel gleich oder über Sollwert".
Kleiner Einwurf: Der Sollwert steht immer in derselben Zelle. Wenn man die Formel normal kopiert oder per Ziehen in weitere Zellen übernimmt, wird aber der Zellbezug in der Formel selbständig angepasst. Man kann Excel glücklicherweise "verbieten", eine solche Anpassung vorzunehmen, indem man vor die Zeilennummer und/oder den Spaltenbuchstaben ein $ schreibt. Auf diese Weise habe ich hier den "Sollwert" fixiert, um mir das Korrigieren nach dem Kopieren zu ersparen.
Wenn man jeden Würfelwurf einzeln abhandeln möchte, genügt dieser Teil schon. Will man eine kleine Statistik, wie wahrscheinlich es ist, eine bestimmte Anzahl von Erfolgen zu erzielen, macht man noch eine kleine "Kopieren-und-Einfügen-Origie" und ergänzt, was in den Spalten C bis G steht. Die if-Anweisung, um die Anzahl der Erfolge zu bestimmen, ist einfacher als die oben erklärte. Für jede Spalte von C bis (in diesem Fall) G wird einfach gestestet, ob ein bestimmter ganzzahliger Wert in der Zelle steht: =IF(I26=3,1,0) prüft, ob es diesmal 3 Erfolge waren. Wenn ja, wird eine 1 eingetragen, sonst eine 0. Zeile 3 ist wiederum einfach die Summe der entsprechenden Felder.
Eine Person würfelt mit einer Anzahl Würfel und soll möglichst hoch/niedrig würfeln

Als Auswertung habe ich in diesem Fall für 5W6 fünf Ergebnisbereiche definiert.
Zunächst kopiere ich mir meinen W6 in die Spalten J bis N, also in fünf Spalten: Das ist mein 5W6.
Dann summiere ich sie in Spalte I.
Das war einfach, aber jetzt wird eine neue Formel fällig: AND. AND hat eine etwas gewöhnungsbedürftige Syntax. Man schreibt nämlich nicht (I7>6)AND(I7<12). Das wäre zwar umgangssprachlich verständlich, aber Excel und Calc möchten das, was es auswerten sollen, gerne in Klammern hinter seinem Ausdruck haben, in der allgemeinen Form geschrieben als AND(logical1,logical2,...) fuer Excel und AND(logical1;logical2;...) fuer Calc. Deshalb heisst es richtig: AND(I7>6,I7<12) oder AND(I7>6;I7<12). Und man muss daran denken, dem Programm zu sagen, dass dies für die IF-Anweisung bitte "true" sein soll, also ist AND(I7>6,I7<12)=true der logical_test für die IF-Anweisung in Excel, in Calc dasselbe mit Semikolon. Die ganze Formel sieht dann so aus: =IF((AND(I7>=6,I7<12))=true,1,0) beziehungsweise =IF((AND(I7>=6;I7<12))=true;1;0) . Wen die 12 verwirrt, der darf den Teil übrigens auch durch I7<=11 ersetzen. Ist vielleicht auf den ersten Blick plausibler, nur mehr zu tippen ;-) .
Für die Eleganz: Nur die Ergebnisse zeigen
Wer es gerne etwas übersichtlicher haben möchte, kann auf einer zweiten Seite einfach nur diese Werte ausgeben, indem er dort die Werte von dem ersten Blatt mit dem Namen des ersten Blattes aufruft, wie hier gezeigt:
Calc formuliert wiederum eine Spur anders, da werden noch einzelne Anfuehrungsstriche um den Blattnahmen fällig: